Blick in die Ausstellung, © Museum Hameln

Versunken in Trümmern

Marktkirche und Rathaus vor 75 Jahren

Nach dem Kriegsende begann die Diskussion um den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Während das Rathaus noch im Sommer 1946 gegen Proteste der Bevölkerung abgerissen wurde, wurde in den Ruinen der Marktkirche 1949 eine Notkirche eingerichtet. Ein Architektur-Wettbewerb sollte 1950 die Frage klären, wie mit dem freien Platz in Hamelns Mitte umgegangen werden könnte, doch ein Bau des Rathauses blieb aus. Nur die Marktkirche konnte zwischen 1957 bis 1959 aufgrund der Initiative des „Kirchenbauvereins zum Wiederaufbau der Marktkirche e.V.“ wieder vollständig errichtet und am 6. Dezember 1959 feierlich eingeweiht werden.

Die Kabinett-Ausstellung erzählt die Geschichte von Marktkirche und Rathaus. Historische Fotos und Zeichnungen vermitteln Eindrücke von den Bauwerken vor und nach der Zerstörung, darunter auch eine Originalzeichnung von Wilhelm Busch. Als Leihgabe vom Stadtarchiv Hameln steht das Besucherbuch zum Architektur-Wettbewerb für die unterschiedlichen Auffassungen in der Bevölkerung zu einem möglichen Wiederaufbau. 

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage musste das geplante Rahmenprogramm mit Vorträgen und Sonderführungen bislang leider ausgesetzt werden.

Modell von Marktkirche, Rathaus und Hochzeitshaus, ©Museum Hameln

Höhepunkt der Ausstellung ist das Modell der Trias von Marktkirche, Rathaus und Hochzeitshaus, ergänzt um die schematisiert dargestellte umgebende Bebauung. Erstellt in nur 6 Monaten von der Firma Impuls gGmbH in einem Maßstab von 1:110, veranschaulicht es die bauliche Situation vor 1945 – die engen Straßen, der Bäckerscharren zwischen Hochzeitshaus und Rathaus, der Lüttje Markt mit Blick auf das 1934 eingerichtete Rattenfänger-Figurenspiel bis hin zu wichtigen Details wie dem Stützpfeiler vor der Westfassade der Kirche. 

Blick auf die zerstörte Marktkirche, © Museum Hameln

Die Notkirche war für fast 10 Jahre Ort der Gottesdienste, Konfirmationen und Hochzeiten. So ist auch das Hochzeitskleid von Brigitte Kozik zu sehen, die 1957 Gerhard Pieper, heute Vorstandsmitglied des Museumsvereins, geheiratet hat.

Wiederaufbau, © Museum Hameln

Kriegszerstörungen, © Museum Hameln